Der Morgen 

Nachdem wir im See gebadet hatten, stand die Entscheidung an, wie es weiter gehen soll.

Aufgrund der Wetterprognose war klar, dass wir spätestens übermorgen unsere große Nationalpark Wanderung in Angriff nehmen sollten. Spontan entschieden wir uns, einen Campingplatz zu suchen. Das hatte vor allem 2 Gründe: Erstens wollten wir einen Tag Kanu fahren und das Kanu musste nach der Fahrt trocknen. Zweitens wollten wir nicht nach einem 30km Marsch Autofahren, Schlafplatz suchen und Zelt aufbauen.

Die Campingplatz Suche

Mit googlemaps fanden wir schnell einen Campingplatz, der uns passend erschien. Als wir unser Ziel erreicht hatten, dachten wir der Campingplatz hätte geschlossen. Wir fuhren dennoch auf das Gelände und dort standen doch einige Wohnwagen und Hunde rannten herum. An der sogenannten Rezeption hing ein Zettel auf polnisch mit einer Handynummer. Kurzentschlossen riefen wir an.

Die Frau sprach kaum English, machte uns aber mit einigen Worten klar, dass sie kommen würde. Bei dem darauffolgenden Gespräch mit Händen und Füßen stellte sich heraus das zwei Menschen und ein Auto für zwei Nächte umgerechnet 16 Euro kosten, sie aber weder Euro noch Karte akzeptieren. Also fuhren wir zurück in den nahegelegenen Ort, um Zloty zu holen. Es war generell auffällig, dass man in diesem Landstrich kaum jemanden finden konnte, der etwas anderes als polnisch spricht, es macht also Sinn, eine Übersetzungsapp zu haben.

Glück im Unglück

Wir blickten auf den doch sehr vollen Campingplatz und fragten uns, ob wir wirklich hier bleiben sollten. Doch zum Glück machte uns die Frau begreiflich, dass wir nicht unbedingt bei den anderen Campern zelten müssen: es gab auch noch einen Hügel, der zwar in der prallen Sonne lag, dafür aber menschenleer war.


Natürlich schlugen wir sofort unser Zelt hier auf. Eine schönere Aussicht kann man sich kaum vorstellen.

Mit dem Kanu auf dem Jezioro Karsinskie

Nach soviel Aufregung hatten wir uns etwas Erholung verdient, also hieß es: Ab aufs Wasser!

Zuerst hielten wir es aus Platzgründen und aufgrund Alicas mangelnden Kanu-Künsten für sinnvoll, dass Josi zum Lenken hinten sitzt, dabei Drágám vor sich nimmt und Alica vorne mit Leni. Das entpuppte sich jedoch als eine blöde Idee.

Die Hunde waren recht nervös und saßen quasi auf dem Schoss der jeweiligen Menschen. Vor allem hinderlich für Josi, die mit einem 25 Kilo Hund auf dem Schoss noch paddeln sollte. Kurzentschlossen machten wir eine kleine Pause.

Danach übernahm Alica die Lenkposition, was dazu führte, dass sich das Boot eher in kreisenden Bewegungen, als zurück zum Campingplatz bewegte. Dafür saßen die Hunde nun aber nicht mehr auf unserem Schoß! Schon interessant – als sie wieder bei „ihrem“ jeweiligen Menschen sitzen konnten, schienen sie doch sehr viel entspannter.

Leni trug während der Fahrt übers Wasser eine Schwimmweste. Das wird Drágám in Zukunft auch tun – auch wenn er ein guter Schwimmer ist. Aber wenn man auf einem solch großen See unterwegs ist, ist es ein besseres Gefühl, man muss es ja nicht darauf ankommen lassen.

Der Abend

Nachdem wir uns in kreisenden Bewegungen zum Campinglatz zurück bewegt hatten, ging es ans Kochen. Die Hunde waren von den vielen Eindrücken völlig fertig.

Da Alica nicht ohne Eintrittskarte in den Nationalpark wollte und sämtliche Versuche im Ort ein Ticket zu kaufen, fehlgeschlagen waren, wurden nun die 69 Cent pro Person überwiesen. Wir entschieden uns, 3 € zu überweisen mit dem Vermerk „Der Rest ist Trinkgeld“, und freuten uns über die  Gesichter der Verwaltungsangestellten, die das in ihre Buchhaltung packen müssen. Nachdem wir den Sternenhimmel ausgiebig genossen hatten,

ging es um 23Uhr ins Bett. Alica machte noch große Pläne für den nächsten Tag.

Anschließend fielen wir in unsere Schlafsäcke, oder auch nicht, es war sehr warm. Erledigt waren jedenfalls alle.

 

 

 

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