Ich wurde 1989 in Chemnitz geboren und wollte seitdem einen Hund haben. Da ich als Kind in einer Stadtwohnung keinen haben durfte, wälzte ich Hundebücher. Das ging soweit, dass ich mit 10 Jahren alle FCI-Hunderassen unterscheiden konnte, und von den meisten noch die entsprechenden Widerristhöhen, Herkunft und Aufgaben kannte. Eines Tages konnte ich mit meinem Vater auf die Welthundeausstellung fahren. Endlich sah ich die ganzen Hunde in echt, und habe natürlich sämtliche Poster, Sticker, Tüten, und Flyer mitgenommen und gesammelt, die ich dort irgendwo finden konnte. Ich trug jeden Tag Hunde-T-Shirts. Meine beste Freundin in der Schule trug jeden Tag Pferde-Tshirts. Ich nannte sie Pony, sie nannte mich Snoopy. Während andere Kinder Musikinstrumente lernten oder Fans von irgendwelchen Bands waren, drehte sich bei mir alles um Hunde.

Das mag etwas verrückt klingen, ist es vielleicht auch. Umso glücklicher war ich, als ich mit 12 Jahren dann doch einen Hund haben durfte. Das war ein Mischling namens Kira. Wir bekamen sie als Welpen von einem Bauernhof, und ich beschäftigte mich nur noch mit ihr.

Neben Hunden hatte ich aber auch noch eine andere Vorliebe – durch Kameras schauen. “Isch will aumal durch die Damera duggen” war mein Standardsatz als Kleinkind, wenn ich meinen Vater filmen sah. Mir machte es immer Spaß, Bilder einzufangen. So begann ich in der Schule alles mögliche zu filmen, landete dann in der Chemnitzer Filmwerkstatt.

Nach dem Abi studierte ich – Psychologie. Warum denn das jetzt? – “Mit Film verdient man doch kein Geld.” – Ok, also nicht direkt in den Film gestürzt, sondern etwas studiert, was immerhin auch spannend war. Menschen allgemein, deren Verhalten und das Gehirn interessierten mich schon immer. Vor allem die Augen und visuelle Wahrnehmung. So studierte ich in Potsdam Psychologie und arbeitete nebenbei im Eyelab – ein Blickbewegungslabor. Da ich aber auch schon immer gern in der Natur war und nach Kanada wollte, lebte ich während des Studiums ein Jahr in Vancouver und arbeitete dort (wenn ich nicht gerade wandern war) im Brain-and-Attention-Research-Lab.

So interessant es war, war das Studium und die wissenschaftliche Arbeit in diesem Bereich doch auch von viel Programmieren geprägt, viel Computerarbeit, viel Schreiberei. Nach dem Diplom bemerkte ich dann immer mehr, dass mir das Draußensein, die Abwechslung und Spontanität die Film mit sich bringt, viel mehr liegen, als die Laborarbeit. So arbeite ich heute nicht als Psychologin, sondern mache Filme. Besonderen Spaß machen mir natürlich Filmdrehs mit Hunden. Genauso gern aber drehe ich Reportagen, Wissenschafts- und Reisefilme.

Nachdem mein erster Hund, Kira, 2011 gestorben war, hatte ich ein Jahr lang keinen Hund. Irgendwann hielt ich das nicht mehr aus und so kam 2013 Leni zu mir. Sie ist ein Hund, den ich überall mit hinnehmen kann, und ich bin gespannt auf all die Wanderungen und anderen schönen Dinge, die wir noch erleben.