Nach einer erstaunlich ruhigen Nacht wachten wir gegen 6:30Uhr auf. Im Vorhinein gab es durchaus Bedenken, wie Drágám sich im Zelt verhalten würde. Nicht umsonst wird er auch mal liebevoll Don Quixote genannt. Vermutlich war er von der Wanderung so erschlagen, dass er schlief wie ein Stein. Leni hatte sich vom Fußende ans Kopfende vorgearbeitet.

Schnell standen wir auf und packten alles zusammen, denn wir wollten nicht nochmal von irgendwelchen Anglern überrascht werden. Wir merkten sofort, dass unser Körpergefühl unter Bewegung nicht mehr ganz so gut war und auch die Rucksäcke schienen ihr Gewicht verdoppelt zu haben.

Da wir eine kleine Erfrischung bitter nötig hatten, liefen wir die 100Meter zum ersten See, ein kleiner Badesee mit Sandstrand. Da es so früh war und wir alleine waren, ignorierten wir das Hunde-verboten Schild und hüpften zu viert ins Wasser.

Das Wasser war herrlich warm und klar. Gut gelaunt starteten wir die letzte Etappe. Die ersten Schritte waren beschwerlich, aber nachdem wir uns eingelaufen hatten, konnten wir uns auch wieder auf unsere Umgebung konzentrieren. Die Pfeile machten Mut, denn so weit war es schließlich nichtmehr.

Der Nachteil war jedoch, dass die Umgebung nicht mehr so schön war. Auf Radwegen ging es durch Walthersdorf und dann nach Crottendorf. Unsere Laune sank etwas, denn dieses Dorf schien einfach kein Ende zu haben. Wenn man nicht mehr ganz fit ist, hilft es nicht, ewig lang über Beton zu latschen. Nun kreisten unsere Gespräche darum, dass man vermutlich so ein Körpergefühl hat, wenn man alt ist. Auch bei Drágám und Leni schien der anfängliche Enthusiasmus gesunken zu sein.

Nach einer gefühlten Ewigkeit erreichten wir den Fuß des Fichtelbergs und befanden uns endlich wieder im Grünen.

Die Laune stieg sofort und wir entschieden an dem erstbesten ruhigen Platz mit Wasser, eine Rast einzulegen. Schnell fanden wir einen schattigen Ort, an dem wir unsere Wunden lecken und uns erholen konnten.

Das Laufen im Fluss mit mittlerweile 3 Blasen gestaltete sich für Alica nicht mehr ganz so einfach, aber es musste für frisches Wasser gesorgt werden.

Nachdem sie getrunken und gebadet hatten, begaben sich Leni und Drágám in stabile Seitenlage.

 

 

 

 

 

 

 

 

Als sich Mensch und Tier etwas ausgeruht hatten, ging es weiter. Wir waren froh, nicht mehr durch verschiedene Ortschaften laufen zu müssen, aber wirklich abwechslungsreich war der Weg auf den Fichtelberg nicht.

Ganz nach dem Motto: Wer Schilder liest ist feige, schafften wir es glatt, uns einmal zu verlaufen. Vor lauter Frust entschied sich Alica, sich von ihren mittlerweile auseinanderfallenden Kinderwanderschuhen zu verabschieden. Natürlich nicht, ohne Leni und Drágám jede noch so kleine Verletzung zu zeigen.

Danach hieß es mit neuen Schuhen immer gerade den Berg hinauf. Die Motivation bei den Hunden war nicht mehr ganz so hoch. Aber sie wussten ja auch nicht, dass sie es bald geschafft hatten.

Nachdem wir uns die nicht enden wollende Straße hochgekämpft hatten, landeten wir auf einem völlig überfüllten Parkplatz voll mit Bussen, die Touristen ausspuckten. Das war nach zwei Tagen Ruhe definitiv nicht unser Ding und so zogen wir uns an einen ruhigen Ort zurück.

Der Campingkocher musste natürlich auch nochmal zum Einsatz kommen.

Nach einem ausgiebigen Mahl schliefen wir alle ein. Sogar Drágám, der bisher immer noch genug Energie hatte um rumzupöbeln, rührte sich nicht mehr.

Als wir wieder aufwachten, realisierten wir erst richtig, dass wir es geschafft hatten und waren super stolz, vor allem auf unsere Hunde, die sich so wacker geschlagen hatten.

Bald entdeckten wir den Schwarm an Fliegen, der immer mit uns zu ziehen schien. Wir müssen gut gerochen haben, nach zwei Tagen und 50km Wanderung.

 

 

 

 

 

 

 

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