Da wir zwei Tage in Folge frei hatten, entschieden wir uns spontan zu einer neuen Wanderung. Diesmal nahmen wir Silvia und Rocco mit. Über die Route wurde in Alicas Garten beim Kesselgulasch entschieden. So landeten wir auf dem Elsterperlenweg – eine 72 km lange Wanderung durch das thüringische Vogtland.

Diesmal glaubten wir, aus den Fehlern unserer ersten großen Wanderung, dem Fichtelbergmarsch, gelernt zu haben. Es wurde also weniger Essen eingepackt, Josi nahm ihre Solarstation mit um Akkuprobleme zu vermeiden, und Alica hatte sich neue Schuhe gekauft: Barfuss-Trekkingschuhe. Gut gerüstet fuhren wir zu unserem Startpunkt in Greiz.

Zu Roccos Freude und Drágáms Entsetzen schlängelte sich gleich erstmal eine Katze um Josis Beine.

Nachdem die Gemüter beruhigt waren, ging es los.

Silvia und Josi konnten sich wegen Alicas Gepäck nicht mehr einkriegen. Sie hatte Ihr Wurfzelt mit Hundeleinen an ihrem Rucksack gebunden und es wurde überlegt, ob man nun eine Zielscheibe oder ein Stoppschild darauf malen soll.

Als wir die Route ausgewählt hatten, freuten wir uns, dass nach dem Fichtelbergmarsch nun endlich eine Wanderung ohne Gebirge dran war. Wir hätten vorher das Kleingedruckte lesen oder ins Höhenprofil schauen sollen!!

Silvia unsere Sportskanone sagte nur trocken: „Na Mittelgebirge, war euch das nicht klar?!“ Nein, das war uns nicht klar, aber was soll`s, also bergauf. Es gab am Wegesrand Heidelbeeren. Damit war Josi im Paradies und überlegte, ob sie nicht gleich dort schlafen und am nächsten Tag wieder abgeholt werden wollte.

Auch den Hunden gefiel es und wir wurden immer wieder mit schönen Aussichtspunkten belohnt.

Nachdem wir etwa zwei Stunden zügig gelaufen waren, wurde es Zeit für ein kleines Frühstück! Silvia und Drágám waren hochmotiviert.

Aber auch die Anderen hatten nichts gegen eine Pause einzuwenden.

Gestärkt ging es weiter. Nun war es auch nicht mehr ganz so gebirgig. Wir kamen an Feldwegen mit wunderschönen Blumen vorbei.

Silvia fühlte sich ebenfalls wie im Schlaraffenland, denn wir kamen immer wieder an Obstbäumen vorbei. Spontan lies sie sich eine dritte Brust wachsen.

Neben der Landschaft begeisterten uns auch die Menschen, die dort leben. Wann immer wir jemanden trafen, wurden wir freundlich gegrüßt und ein paar nette Worte gewechselt. Nach Wasser fragen war kein Problem, es wurden uns sogar Wiesen zum Übernachten angeboten, aber wir wollten ja nicht um 14 Uhr die Wanderung beenden.

Die Landschaft variierte nun zwischen manchmal doch recht engen Waldwegen – zumindest eng, wenn man eine Zielscheibe auf dem Rücken trägt – und breiten Feldwegen.

Endlich kamen wir an die Elster und es war sofort klar, dass es Zeit für eine ausgiebige Pause war.

Vor allem die Hunde genossen es und hatten noch ausreichend Energie im und ums Wasser zu toben.

Nicht nur unsere Hunde springen in jedes Wasser. Bevor man überhaupt realisiert, dass man ein Gewässer erreicht hat, sieht man Silvia schon darin baden.

Erfrischt konnte es nun weiter gehen.

Da überall Wanderschilder waren, dachten wir, dass wir uns gar nicht verlaufen können und guckten kaum noch auf unsere Wander-App.

Tja, soviel lässt sich sagen, wir haben es trotzdem geschafft uns zu verlaufen! Wir haben bis heute keine Ahnung, wo wir falsch abgebogen sind. Aber wie so oft im Leben führten uns die Umwege zu vielen schönen Orten. So kamen wir als erstes an einer Kuhherde mit vielen Jungtieren vorbei.

Sehr zu Alicas Beunruhigung standen einige Jungbullen außerhalb des Zauns, mitten auf dem Weg.

Also ganz schnell vorbei, denn wir glaubten, dass der Weg weiter geradeaus ging.

Zumindest Alica als Stadtkind war sehr froh, heil an den Kühen vorbeigekommen zu sein. Die anderen, inklusive der Kühe, waren da gelassener.

Dann landeten wir im nächsten Teil des Schlaraffenlands!! Eine Allee voller Kirschbäume. Und was für Kirschen! Und so viele! Man kam sich vor wie vorm Lebkuchenhaus bei Hänsel und Gretel.

Sofort wurden mit vollem Körpereinsatz die Kirschen gepflückt.

Alica und die Hunde beobachteten das Ganze aus sicherer Entfernung.

Mit vollem Magen erreichten wir eine Kreuzung und stellten fest: Wir waren nicht nur auf der falschen Seite des Flusses, sondern auch einige Kilometer vom Weg abgekommen. Wir waren jedoch nicht wirklich verzweifelt, da wir ohne diesen Umweg nie diese wunderbare Kirschallee gefunden hätten.

Nach einigem Hin und Her entschieden wir, dass es das wohl Sinnvollste ist, ein Stück an der Straße entlang zu laufen und dann auf der Strecke, die eigentlich für den Rückweg geplant war, bis nach Berga/Elster zu gehen.

In einem kleinen Dorf gab es sogar eine Alpaka-herde.

Und ein Pferd, das mit einer Kuh zusammenlebt.

Als wir dann Berga/Elster erreichten und auch noch ein geöffnetes Eiscafè entdeckten, kriegten wir uns gar nicht mehr ein. Nun wurde geschlemmt.

Die Hunde bekamen ein paar Leckerli und nutzen die Zeit zum Ausruhen.

Uns war klar, dass es keinen Sinn machen würde bis Wünschendorf zu laufen, denn es war schon 19 Uhr und wir mussten ja auch noch einen Platz zum Schlafen finden. Also wieder hoch mit den Rucksäcken und laufen bis wir was Nettes gefunden haben oder einer von uns schlapp macht.

Nachdem wir an Clodra vorbei gelaufen waren, fing Rocco an zu schwächeln, also sollten wir uns nun langsam einen einsamen Platz am Wasser suchen. Schnell hatten wir etwas passendes gefunden.

Nachdem wir die drei hungrigen Mäuler gestopft hatten, wurden die Zelte aufgebaut. Alica war sehr stolz ihr Wurfzelt zu präsentieren. Nun wurde die Zielscheibe binnen Sekunden zum Schlafplatz transformiert. Ganz in rosa.

Silvias Zeltaufbauarbeiten wurden von Leni boykottiert, die der Meinung ist, dass alles was auf dem Boden liegt, ihre Decke ist.

Da wird auch gerne mal ein geschlossenes Zelt zum Sitzplatz erklärt. Hauptsache ein weicher Untergrund.

Nach einigem Hin und Her waren die Sitzplatzverhältnisse geklärt.

Nun konnte gekocht werden.

Nach einem ausgiebigen Abendessen ging es ins Zelt und wir mussten feststellen, dass das Wurfzelt doch noch ein Stück kleiner war als Josi Zelt. Silvia ging in ihr Zelt mit Rocco, Alica und Josi teilten das Bett mit Leni und Dràgàm.

Das Einschlafen dauerte diesmal etwas länger, da Drágám permanent die Schlafposition wechselte und sich dabei bevorzugt auf Josis Kopf fallen lies. Dabei musste auch jedes Geräusch aus dem Wald mit einem Knurren quittiert werden. Erst als er zwischen Josi und Alica unter dem Schlafsack lag, kehrte Nachtruhe ein. Mehr oder weniger. „Knurrt da Rocco im Zelt nebenan?“ fragte Josi. „Der knurrt doch sonst nie?!“. Alica drehte sich um und meinte „das ist Silvia, die schnarcht.“ Achso. Na dann. Gute Nachtruhe.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

2 thoughts to “Elsterperlenweg Tag 1 – oder: Im Schlaraffenland

  • Silvia Klemm

    Herrlich, eine kleine Kritik, derBulle auf’m Weg ist eine Kuh…..

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    • Quer

      Okayyyy…ja 😀

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