Geboren wurde ich 1982 in Duisburg. Der Wunsch einen Hund zu haben, war schon da, seit ich denken kann, aber ich musste mich gedulden bis ich fast 30 wurde. Wannimmer ich als Kind einen Hund wollte, sagte meine Mutter: “ Das geht nicht, ich bin allergisch gegen Tierhaare!“ Es stellte sich heraus, dass es die Allergie nie gab, aber ich kann es ihr nicht übel nehmen. Jetzt erst weiß ich, welche Verantwortung ein Hund bedeutet. Ich glaube nicht, dass ich das als Kind so ernst genommen hätte. Wahrscheinlich hätte ich den Spaßteil übernommen und meine Eltern hätten die Arbeit gehabt. Und dann noch mitten in der Stadt ohne eigenen Garten..

Es wurden also erstmal sämtliche Hunde von Freunden geknuddelt bis sie fast kein Fell mehr hatten. Dann entdeckte ich die Schauspielerei für mich und schnell war klar: das muss mein Beruf werden. Nach dem Abitur hospitierte ich am Theater an der Ruhr und sprach an verschiedensten Schauspielschulen vor. Ich landete schließlich in Berlin und neben dem Schauspielstudium war an einen Hund definitiv nicht zu denken. Ich wollte die Bretter die die Welt bedeuten erobern!!

Nach dem Studium ging es erstmal quer durch die Republik, von Brandenburg nach München, Duisburg, Berlin und schließlich für ein Festengagement nach Singen am Hohentwiel.

Dort war ich im siebten Hundehimmel! Meine Mitbewohnerin und Kollegin hatte einen 5 Monate alten Welpen: Rocco.

Erstmal wurden wir allerdings wieder getrennt, denn meine Freundin und Kollegin verließ Singen und gründete mit ihrem Partner ein Theater in Chemnitz. Ich ging bald darauf nach Ungarn. Als ich auf dem Weg nach Ungarn die beiden noch einmal besuchte, war Rocco Vater geworden. 

Kurz überlegte ich einen der Welpen zu nehmen, aber es war einfach der falsche Zeitpunkt. Erst als ich mich in Ungarn eingelebt hatte, war klar, dass ich mich nun auf die Suche nach „meinem Hund“ begeben würde. Nachdem mein erster Versuch sehr tränenreich endete (ich hatte einen Hund aus einer Tötungsstation gerettet und drei Tage später starb er an Parvovirose) fand ich im Tierheim in Szekszárd Drágám.

Die Leiterin sagte noch: „This is all you don`t want“ (Ich hatte ihr gesagt das ich einen Welpen mittelgroß mit eher entspanntem Charakter suchte), aber es war zu spät – ich war verliebt.

Nachdem die Spielzeit in Ungarn beendet war, ging ich zurück nach Deutschland. Da ich unsicher war, was ich machen will, ging ich nach Chemnitz, wo Rocco und Isabelle waren. Dort konnte ich erstmal am Theater spielen und wohnen. Es hat sich so gefügt, dass wir uns alle gut verstehen und fantastisch miteinander arbeiten können, so bin ich ein Teil der Fritz Theater GbR geworden und werde wohl auf unbestimmte Zeit in Chemnitz bleiben. Ein Leben ohne Hund kann ich mir nicht mehr vorstellen.